Der See, der uns beobachtete 🌊🌲
Wir lebten in einem ruhigen Haus, das wirkte, als sei es ganz natürlich aus der Erde selbst gewachsen 🏡🌿. Eine breite Holzveranda blickte auf einen stillen See hinaus, und hinter uns erstreckten sich endlose Wälder, in denen die Bäume flüsterten, selbst wenn kein Wind wehte 🌬️🌲. Am Morgen roch es nach nassen Blättern und kaltem Wasser, und am Abend wurde alles golden gefärbt von der Sonne, die hinter den Hügeln versank 🌅✨. Es war ein Ort, an dem die Zeit langsamer verging und Sorgen zu laut wirkten, um zu existieren.
Meine Schwester und ich liebten dieses Haus. Wir glaubten, es sei sicher. Wir hatten uns geirrt.
Eines Nachmittags, nachdem wir im See geschwommen waren, ging ich durstig ins Haus 🥵💧. Meine Haare tropften noch, als ich die Küche betrat. Auf dem Tisch stand ein klares Glas Wasser, halb voll. Auf den ersten Blick sah alles normal aus. Doch irgendetwas daran fühlte sich … falsch an 😐🤔.
Im Glas schwammen Dutzende winziger schwarzer Punkte.

Sie erinnerten mich an Basilikumsamen oder eingeweichte Chiasamen 🌱. Ich beugte mich näher heran und kniff die Augen zusammen. Die Punkte waren rund, weich und von einem schwachen, geleeartigen Hof umgeben. Ein seltsamer Schauer lief mir über den Rücken ❄️😟.
„Warum trinkst du Samen im Wasser?“ rief ich beiläufig, während ich versuchte, mein Unbehagen zu ignorieren.
Meine Schwester kam in die Küche, warf einen Blick auf das Glas – und erstarrte 😨. Ihr Gesicht verlor jede Farbe. Sie schrie nicht. Sie bewegte sich nicht. Sie starrte nur.
„Das sind keine Samen“, flüsterte sie.
Bevor ich reagieren konnte, packte sie meinen Arm fest, ihre Nägel bohrten sich in meine Haut 😬. „Fass das nicht an.“
Wir starrten beide wieder auf das Glas. Plötzlich schienen sich die Punkte zu verändern. Nicht wirklich zu bewegen … aber auch nicht völlig still zu sein 👀💭. Mir wurde übel.
„Das sind Froscheier“, sagte sie mit zitternder Stimme 🐸⚫.

Der Raum fühlte sich kleiner an. Die Luft schwerer. Ich schob das Glas weg, als könnte es mich anspringen 🤢🙅♂️.
Die Frage traf uns beide gleichzeitig: Wie waren sie dort hineingekommen?
Die Fenster waren geschlossen. Die Tür war abgeschlossen. Das Glas war sauber gewesen. Wir hatten kein Wasser aus dem See genommen – nur aus dem Wasserhahn 🚰. Es gab keine logische Erklärung.
In dieser Nacht konnten wir nicht schlafen 🌙😵. Jedes Geräusch von draußen klang lauter als sonst – das Quaken der Frösche, das Platschen von etwas im Wasser, die Äste, die gegen das Dach schlugen 🌲🪵. Der See, einst friedlich, fühlte sich nun so an, als würde er uns beobachten 👁️🌊.
In den nächsten Tagen geschahen weiterhin seltsame Dinge.
An den Küchenfenstern bildete sich Kondenswasser, selbst wenn es nicht kalt war ❄️. Nasse Fußspuren tauchten neben der Spüle auf und verschwanden wieder 🦶💦. Einmal wachte ich auf, überzeugt davon, Wasser laufen zu hören, doch als ich nachsah, war alles trocken.
Wir hörten auf, Gläser zu benutzen, die über Nacht stehen geblieben waren 🚫🥛. Wir deckten die Spüle ab. Wir filterten das Wasser zweimal. Manchmal sogar dreimal. Trotzdem zögerte ich jedes Mal, wenn ich ein Glas anhob 😰.
Schließlich zogen wir weg.
Das Haus wurde verkauft. Der See existiert noch immer. Der Wald umgibt ihn weiterhin. Die Leute sagen, es sei ein wunderschöner Ort zum Leben 🌳💚.

Doch manchmal, spät in der Nacht, denke ich an dieses Glas zurück. Ich sehe die schwarzen Punkte wieder, wie sie still im Wasser treiben und warten 🖤⚫. Und ich frage mich …
War es ein Zufall?
Oder erinnerte uns der See daran, dass er uns immer näher gewesen war, als wir gedacht hatten? 🌊😶🌫️